3 Fragen an Gregor Strutz– Speaker beim Accessibility Day
Unter dem Motto „Künstliche Intelligenz für Barrierefreiheit“ bringt der Accessibility Day unterschiedliche Perspektiven aus Praxis, Forschung und Design zusammen. Einer der Speaker ist Gregor Strutz, der sich intensiv mit inklusivem Design beschäftigt. Wir haben ihm vorab drei Fragen gestellt:
Wer sind Sie und womit beschäftigen Sie sich aktuell?
Ich bin Kommunikationsdesigner und beschäftige mich intensiv mit den Themen Design und Inklusion. In den vergangenen Jahren habe ich mich besonders darauf spezialisiert, gemeinsam mit Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen zu arbeiten.
Meine Arbeit ist dabei sehr breit aufgestellt: Sie reicht von der Gestaltung verständlicher Informationsangebote wie Printmaterialien und Websites bis hin zur Entwicklung komplexerer Systeme. Dazu gehören auch Dienstleistungen, digitale Anwendungen oder öffentliche Räume. Im Mittelpunkt steht für mich immer die Frage, wie sich Informationen und Umgebungen so gestalten lassen, dass sie auch für Menschen mit Verständnisproblemen zugänglich und gut nutzbar sind.
Worum geht es in Ihrem Vortrag beim Accessibility Day?
In meinem Vortrag geht es darum, welche Rolle Künstliche Intelligenz für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen spielen kann. Ich betrachte KI dabei als ein potenziell sehr hilfreiches Werkzeug, das komplexe Inhalte verständlich aufbereiten und individuell erklären kann. Gleichzeitig ist der Zugang zu solchen Technologien nicht selbstverständlich: Die Nutzung von KI setzt voraus, dass man versteht, wie diese Systeme funktionieren und wie man mit ihnen interagiert. Gerade das kann für viele Menschen eine Herausforderung darstellen. Ich möchte daher aufzeigen, wo die Chancen liegen, aber auch, an welchen Stellen neue Barrieren entstehen können.
Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie beim Einsatz von KI für Barrierefreiheit?
Ich sehe in KI großes Potenzial, Barrieren abzubauen und Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen im Alltag zu unterstützen. Gleichzeitig nehme ich in meiner Arbeit auch eine zentrale Sorge wahr: die Angst, dass menschliche Ansprechpersonen zunehmend durch KI ersetzt werden könnten. Für viele Menschen ist persönliche Unterstützung jedoch essenziell – nicht nur zur Vermittlung von Informationen, sondern auch zur Einordnung, Orientierung und emotionalen Stabilisierung. Wenn KI hier als alleinige Lösung gedacht wird, besteht die Gefahr, dass genau diese wichtige Unterstützung verloren geht. Für mich ist daher entscheidend, KI nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu verstehen. Die Herausforderung wird darin liegen, technologische Möglichkeiten sinnvoll mit menschlicher Unterstützung zu verbinden.
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